So sehr ich mich auch über das "auf die Reihe kriegen" (ein wirklich komischer Ausdruck eigentlich) gefreut habe, so mühsam ist es jetzt. Die vielen Semesterstunden überschneiden sich gerne miteinander und vor allem auch mit meinen anderen Interessen und Terminen. Der "Work"faktor Nummer eins ist, so schauts zumindest momentan aus, die Arbeit als Kellner, die ich vor einigen Wochen aufgenommen habe. Natürlich freue ich mich über das verdiente Geld (noch keine volle Bezahlung, weil ich noch eingeschult werde) und mir macht es auch Spass zu arbeiten. Nur sind, ähnlich wie bei der Müllabfuhr, die Arbeitszeiten ein Hammer. Heute habe ich wieder Dienst. Von 19°° bis 2°° mit anschließender Standabrechnung. Die dauert bei mir, weil ich noch "neu" bin, an die zwei Stunden. Hinzu kommen noch Tische abwischen, Mistkübel rausnehmen, Aschenbecher, Geschirr und Kaffeemaschine putzen. Bis jetzt war mein frühester Dienstschluss 4°°. Solche Dienste habe ich zweimal in der Woche. Klingt wenig, schlaucht einen aber umso mehr. Ich hab keine Ahnung wie lange ich so durchhalten kann. Aber mir scheint, dass ich schon unter ersten Abnutzungserscheinungen leide. Ständige Müdigkeit, ständiger Durst und eine stete Gereiztheit. Gaaanz schlecht für mein Umfeld.
Dieses mieselsüchitge Gemütswesen, dass sich da so breit macht drückt meine Stimmung und natürlich die Anderer. Aber ich denke ich muss mich da einmal durchbeißen und es wird sich dann schon alles richten. Wenn ich bedenke, dass es alleinerziehende junge Mütter und/oder Väter gibt, die es "nebenbei" noch schaffen zu studieren und unter Umständen auch zu arbeiten, dann ist meine Lebenssituation ein Furz im Wald. Ich bin ein fauler Sack. Immer gewesen. Und jetzt ist es mal Zeit das zu ändern. Klar wird es Situationen geben wo ich mich durchschummeln muss oder will, aber im Moment scheint es so als wäre alles auf Frontalangriff geschaltet. Mein immer wieder erwähntes "alles unter einen Hut bringen" ist in diesem Semester eine schwere, aber überwindbare Aufgabe. Ich hoffe nur, dass mein Privatleben nicht zu sehr darunter leidet. Es schaut aber an dieser "Front" ganz gut aus.
Ich wünsche allen Studenten, die hier mitlesen und in einer ähnlichen oder schlimmeren Situation sind, alles Gute und viel Erfolg bei ihren Vorhaben.
Grad schwitz ich im Hörsaal und hör nicht zu
es ist zu warm fürs "break on through".
Alles oke, Kartoffelpüree